Rudolf Obermaier

Automechaniker. Widerstandskämpfer. Hingerichtet.

* 1906    † 1944

 

Lebenslauf

Rudolf Obermaier wurde am 16.3.1906 in Wien geboren. Er arbeitete als Automechaniker. 1925 schloss er sich der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreich und der freien Gewerkschaft an.

Mitglied einer kommunistischen Widerstandsgruppe

Rudolf Obermaier war Mitglied der kommunistischen Widerstandsgruppe in der Firma Steyr-Daimler-Puch (Wien-Favoriten).

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 5. 4. 1943 wurde Rudolf Obermaier verhaftet und am 15. 3. 1944 gemeinsam mit Johann Dragosits, Johann Sokopp und Leopold Brtna (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 24.5.1944 erfolgte seine Hinrichtung im Landesgericht I in Wien.

Aus dem Urteil

„Im Herbst 1941 wurde Obermaier durch den Mitangeklagten Dragosits veranlasst, sich für die ’Rote Hilfe‘ zu betätigen. Obermaier warb fünf Arbeitskameraden, von denen er monatlich Beiträge einkassierte. Er selbst leistet gleichfalls regelmäßig einen Beitrag, den er mit den eingezogenen Geldern an Dragosits führte. Zu Weihnachten 1941 und zu Ostern 1942 übergab er Dragosits einen besondere Spendenbeitrag. Im November 1941 und im März oder April 1942 erhielt Obermaier von Dragosits kommunistische Flugschriften, die er an die Mitglieder seiner Gruppe weitergab.“

Verschwundene Gedenktafel

Sein Name fand sich auf der am 14. 4. 1953 enthüllten Gedenktafel, die an der Hauswand des Werkes (Steyr-Daimler-Puch-A.G., Wien 10, Laxenburger Straße 131-135) montiert wurde (die Tafel ist nach Abbruch des Werkes in den 1990er-Jahren verschwunden).

Gedenkort - Straflandesgericht Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Wiener Landesgerichts findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quelle

Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer", Sternverlag, 4. Auflage, Wien 2017 - Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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